CD-Rezension / Review / Kritik

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unherz sturm und drang

Unherz
„Sturm & Drang“
(Massacre/Soulfood)
Bei einer Band wie Unherz braucht man sich nicht lange Sorgen über die musikalische Einordnung machen: Deutschrock. Punkt. Wer also die Toten Hosen, Massendefekt und Konsorten musikalisch ansprechend findet, wird sich auch bei „Sturm & Drang“ gut aufgehoben fühlen. Unherz sind weniger politisch und kontrovers und behandeln eigentlich ein recht weit reichendes Spektrum an Themen in ihren Songs. Das reicht von den einfachen Dingen des Lebens wie schönen Frauen auf Rock-Konzerten („Pogobraut“) bis hin zu tiefgehenden und reflektierenden Blicken in die Vergangenheit („Zeugen der Zeit“). Allerdings gibt es auch szenetypische Wir-gegen-Alle-Hymnen, mit denen die eigenen Fans in eine verschworene Gemeinschaft mit der Band überführt werden. „Wir sind hier“ ist eine erfrischend positive Variante dieser Art Songs, auch „Krieger des Lebens“ hat einen ganz eigenen interessanten Unterton. „Ein Lied für unsere Feinde“ ist dagegen komplett albern und überzogen, dafür verbreitet „Viva Rock N‘ Roll“ gute Laune. Musik und Sound sind solide, die Stimme von Sänger Felix Geschmacksache – alles in allem also ein durchwachsenes Album für Nicht-Deutschrock-Fans und eine sichere Sache für Anhänger dieser Richtung.
Masi Kriegs

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


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