CD-Rezension / Review / Kritik

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the velvet underground white light

The Velvet Underground
„White Light / White Heat“ [45th Anniversary Edition]
(Polydor/Universal)
Eigentlich sollte der Re-Release von The Velvet Undergrounds „White Light/ White Heat“ ein Grund zum Feiern sein. Respektable 45 Jahre hat das zweite Album von Andy Warhols Haus- und Hofband auf dem Buckel. Zeit, mal wieder die Sektkorken knallen zu lassen mit einer remasterten Mono- und Stereoversion des Longplayers, Massen an Outtakes, alternativen Versionen und Livetracks und noch mehr. Das alles auf drei CDs. Eine kleine Schatzkiste, dem Anlass entsprechend. Doch die Wiederveröffentlichung jenes Albums, das eine ganze Generation von Musikern nachhaltig beeinflusst hat und den Impetus zu unzähligen Bandgründungen gab, ist auch der Moment, sich noch einmal an Lou Reeds prägnanten Gesang zu erinnern, der zwischen schnoddrig („Sister Ray“) und nahezu zärtlich („Here She Comes Now“) pendelt. Es ist ein Augenblick, um Abschied zu nehmen von Reed, der knapp zwei Monate vor Erscheinen dieser Jubiläumsausgabe, an der er noch mitwirkte, mit 71 Jahren das Zepter des Rock endgültig weitergereicht hat.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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