CD-Rezension / Review / Kritik

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woland hyperion

Woland

„Hyperion“
(Indie/Soulfood)
Diese beiden Finnen bewegen sich hauptsächlich in verstörend progressiven Strukturen. Schwerlich erfassbar. Wer auf derlei steht, bekommt amtlich was vor den Latz gehasst. Woland navigieren auf bedrückend desolat klingenden Post Black Metal-Grundlagen rein musikalisch betrachtet sehr gekonnt. Doch die unheilvollen Nervenzerrer des 2010 ins Leben gerufenen Helsinki-Doppels auf diesem Langspieler sind überwiegend dazu geeignet, Magenschmerzen auszulösen. Der Opener „Conquer All“ verspricht mehr als der Rest zu halten imstande ist. Viel zu selten erscheinen mir die stimmungsvoll verspielten Arcturus-artigen Passagen vertreten. Eben genau so gemacht wie im achten und letzten Track, der siebeneinhalbminütigen Achterbahnfahrt „Elevated Existence“. Ein echtes Sahnestück mit ganz viel Atmosphäre und zeitloser kompositorischer Klasse. Es dominiert aber richtig seelenloses, teils übel monoton schleifendes Misanthropen-Geschraddel. Insbesondere die Jazz-Anleihen hätten auf dem Album mehr Präsenz zugestanden bekommen sollen, machen sie doch bei Woland ganz klar das Salz in der Suppe aus. Oftmals geht es auf „Hyperion“ fast mechanisch erschallend zu. Damit erinnern Woland an diverse Industrial Black Metal-Acts wie Khold und Konsorten. Letztlich sehr zwiespältig. Das höre ich mir freiwillig jedenfalls definitiv kein weiteres Mal an.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.

Thursday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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