CD-Rezension / Review / Kritik

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witch mountain mobile of angels

Witch Mountain
„Mobile Of Angels“
(Svart/Cargo)
Eine verdammt eigenwillige Mixtur aus tränenschwerem Blues und drückendem Metal im klassisch kommandierenden Doom-Gewand, den die Formation aus Portland, Oregon, da mittels des neuen Langdrehers ankarrt. Seit 1997 sind die Okkultrocker am Start. Die sich mühsam dahin schleppenden Takte des Haufens, die jeder für sich wie ein Peitschenhieb in die Lauscher knallen, stechen neben der Stimme von Uta Polkin heraus. Diese lebt offenbar auf der Welt einzig für diese spezielle Musikrichtung, wie ihre mächtig verschworenen Phrasierungen durchscheinen lassen. Gefühlvolle Parts sind der Frau darüber hinaus ein Pläsier, in dem sie ebenfalls völlig aufgeht. Überhaupt atmet „Mobile Of Angels“ den zeitlosen Geist des Occult Doom Rock und -Metal in aller Erhabenheit. Selbst in gesetzteren Momenten überzeugen Witch Mountain mit geradezu hypnotischer Intensität, denn jedwede Halbherzigkeit oder belanglose Oberflächlichkeiten hatten außen vor zu bleiben. Also, gerade Lust auf eine kleine, aber umfassend Erleichterung bringende Zeitreise in die drogengeschwängerten und lebensnahen 70er des vorigen Jahrhunderts? Dann einfach diese Lieder hören und bereitwillig die Augen schließen. Der Rest passiert dann schon von ganz alleine. Garantiert.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


Tuesday the 19th.
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