CD-Rezension / Review / Kritik

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dark suns everchild

Dark Suns
„Everchild“
(Prophecy Productions/Soulfood)
Die in Leipzig beheimateten (Dark-)Artrocker legen ein Album vor, auf dem Erstaunliches gelingt. Denn obwohl weder Kosten und Mühen gescheut wurden (so fungiert Erstligist Peter Junge als Produzent), strömt „Everchild“ auf Anhieb locker, unverkrampft und auf seine Art ungemein eingängig aus den Lautsprechern. Aufwand, Anspruch und Barrierefreiheit schließen sich also nicht gegenseitig aus. Sondern gehen eine bis dato selten vernommene Melange ein, die sich am ehesten noch als musikalische Poesie klassifizieren lässt. Unterschwellig - und das ist der Trick - wird eine ungeheure Melancholie spürbar, die sich wohl dem Thema ewig währender Jugend verdankt. Auch die abschließende Coverversion von „Yes, Anastasia“ (Tori Amos) könnte in diesem Sinne kaum besser gewählt sein. Die sorgsam und pointiert eingesetzten Einschübe von Trompete (Govinda Abbott) und Saxophon (Evengy Ring) hinterlassen ihrerseits Spuren im Gemüt, die man vielleicht nicht jeden Tag zu ertragen imstande ist. Aber für so manche Momente der inneren Einkehr und Selbstvergewisserung ist dieses Album ein absoluter Tipp!
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.
Tuesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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