CD-Rezension / Review / Kritik

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daniel the book

Dani’el
„The Book“
(Conzoom Records)
Überraschend vertraut klingt der Opener „Safe“, was bei näherer Betrachtung kein Wunder ist. Im Mai 2012 war die Extended Version auf dem ebenfalls bei Conzoom Records erschienenen „electropop.7“-Sampler zu hören. Jetzt also das Debütalbum des talentierten Kroaten, der in Wirklichkeit Danijel Majcen heißt – und siehe da: Die weiteren Songs müssen sich vor dem eingangs erwähnten „Safe“ nicht verstecken. Dass Danijel ein cleverer Bursche ist, lässt der Albumtitel erahnen, der spontan an das prophetische Buch Daniel des Alten Testaments erinnert. Bestimmt kein Zufall, denn Danijel ist von Beruf nicht nur Musiker, sondern auch Professor. Zwar nicht für Theologie, sondern an der School Of Music in Zagreb, doch das fällt nicht ins Gewicht. Mit Musik kennt er sich jedenfalls aus – vermutlich gelingt es ihm deshalb so gut, den Synthiepop der 80er, hier und da versehen mit Dance-Rhythmen der 90er, erfolgreich in die Gegenwart zu transferieren. Songs vom Schlage eines „Mr. Vain“, „Cotton Eye Joe“ oder vergleichbare Autoscooter-Romantik muss hier natürlich niemand befürchten. Dani’els Musik tendiert eher in Richtung Pet Shop Boys und Marc Almond. Viel Wave, Seele und Gefühl sowie eine markante Stimme verleihen den Songs eine spezielle Note und einen Hauch Unverwechselbarkeit.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

Thursday the 24th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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