CD-Rezension / Review / Kritik

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echo the bunnymen meteorites

Echo & The Bunnymen
„Meteorites“
(429 Records/Caroline/Universal)
Böse Zungen konnten in den letzten Jahren behaupten, es sei relativ egal, ob auf einer neuen Platte von Ian McCulloch nun Echo & The Bunnymen oder sein eigener Name steht – zu wenig unterschieden sich McCulloch-Alben wie „Slideling“ aus dem Jahr 2003 von den letzten Bunnymen-Werken „Siberia“ und „The Fountain“. Dem standhaften Liverpooler wird das herzlich egal sein, gelingt ihm doch jedes Mal aufs Neue, seine Songs mit umarmenden Melodien und herzzerreißender Melancholie vollzupacken und trotzdem die drohende Falle allzu gefühligen Stadionrocks zu umgehen. „Meteorites“ macht da keine Ausnahme und verhandelt so scharfsinnig wie schwermütig die verschiedenen Facetten von McCullochs Person – beinahe so, als würde der Brite sich nach den 17 Jahren, die das Album „What Are You Going To Do With Your Life?“ auf dem Buckel hat, noch einmal die gleiche Frage stellen. Falls er das wirklich tut, kann über die Antworten natürlich nur spekuliert werden. Fest steht allerdings, dass auch „Meteorites“ Post-Punk-Anhänger und die pilzköpfige Lad-Fraktion erneut gleichermaßen zufriedenstellen wird. Vor allem mit der zunächst detailfreudig durchzupften und schließlich vollmundig hochfahrenden Single „Lovers On The Run“, dem dynamisch auf seinen Höhepunkt zusteuernden „Holy Moses“ und dem seufzenden Abschluss „New Horizons“, der sehnsuchtsvoll den Blick in die Zukunft richtet. Wir bleiben bis auf Weiteres jedoch im Hier und Jetzt – wenigstens diese wunderbaren 50 Minuten lang.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

Thursday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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