CD-Rezension / Review / Kritik

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Metalwings For All Beyond CD Cover

Metalwings „For All Beyond“

(Eigenpressung)
Für dieses überraschend hochwertige Debütalbum wurde gewiss kollektiv sehr viel Liebe und Hingabe investiert. Mit einer buchstäblich wunderbaren und dazu auch noch vollkommen natürlich belassenen Stimme, die in vielerlei Tonlagen direkt unter die Haut zu brillieren vermag, präsentieren sich die Bulgaren. Dass Frontfrau und Violinistin Stela Atanasova ihre klassische Ausbildung in vollen Zügen genossen haben muss, hört man deutlich. Aber auch das superbe Songwriting wurde instrumentell auf allen Plätzen souverän umgesetzt. „For All Beyond“ zeigt die schwärmerisch getränkten und gefühlvoll veranlagten Sehnsuchtsnoten des hoch befähigten Sextetts von der hörenswertesten und zeitlosesten Seite. Solche prunkvollen und majestätischen Arrangements erwartet man eher nicht von Musikanten aus diesem Balkanstaat. Die voluminöse und glasklare, vorbildlich an den facettenreichen Sound angepasste Produktion unterschlägt zudem nichts, was den Reiz dieser spannenden Scheibe mitsamt dem gewissen Flair für keltische Feinheiten ausmacht. Zwei Songs der längst vergriffenen 2016er EP „Fallen Angel In The Hell“ sind vertreten, nämlich deren verführerisch schönes Titelstück und das düster beschwingte, mit ganz großer Melodie versehene „Immortal Metal Wings“. Einer der markantesten Vorzüge der Band, die Gabe zur authentischen Transformation von Empathie, zeigt sich auch im betont emotional inszenierten Titelsong. Dieser, überdies auch als reine Instrumentalversion mit dabei, überzeugt als schnell ins Ohr gehender Kunstakt, mit einer überwältigend epischen und fesselnd theatralischen Note. An Kraft und Dynamik mangelt es hier auch nicht, wie die zahlreichen Power Metal-Ausflüge dokumentieren. Ein wirklich erlesenes, vor Eleganz strahlendes Werk für Gourmets, Genießer und Visionäre. Wenn es sich nur fair für Metalwings entwickelt, dann wird man ihren Namen in einem mit Populären wie Nightwish, Within Temptation, Xandria und Sirenia nennen!
Mike Stahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
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Thursday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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