CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
The Crimson Ghosts Yet Not Human CD Cover

The Crimson Ghosts „Yet Not Human“

(Ring Of Fire/Broken Silence)
Eine Minute lang baut das Intro „Chapter Five” düstere Stimmung auf. Die Gitarren singen, das Schlagzeug verführt zum Mittrommeln in der Luft. Es fühlt sich gut an, nach einer langen Durststrecke wieder neues Material der Crimson Ghosts im Player rotieren zu lassen. Dann bricht die Hölle los: „You’re nearly free!“, röhrt Fronter Vlad. Die Toms von Drummer Old Nick wirbeln dazu, als gelte es, die Armee der Finsternis herbei zu trommeln. Dann stürzt sich die Band in eine druckvolle, gleichzeitig aber hochmelodiöse Hymne – die erste von geradezu unheimlich vielen auf diesem Album, das nicht nur im extra großen Digipak erscheint, sondern auch übermächtig klingt. Was für eine Stimme! Was für ein Druck hinter der Produktion! Und was für Kracher! „A Mother’s Heart“ haucht dem guten alten Norman Bates temporeich neues Leben ein und integriert an einer Stelle sogar geschickt die berühmte Musik zur fatalen Duschszene. „S.A.L.I.G.I.A.“ belegt nicht nur einmal mehr, dass die Kölner die härteste Genreband in unseren Breiten sind, sondern bietet auch noch den mit Sicherheit umwerfendsten, legal erhältlichen Weg, sich die lateinischen Namen der sieben Todsünden einzuprägen. Nach jeder Menge Hochgeschwindigkeits-Horrorpunk wird es mit „Ego Sum Qui Intus Habitat“ dann regelrecht gotisch, gewürzt mit Growls, Doom und Kirchenglocken. Apropos Gotik: Das unwiderstehliche „Leichenschmaus“ dürfte auch Gothrockern gefallen. Am Rande sei noch erwähnt, dass für „Rise Again“ Argyle Goolsby (Ex Blitzkid) und Nim Vind als Gäste vorbeischauen. Fazit? Die Crimson Ghosts haben alle Erwartungen übertroffen. Pflichtanschaffung!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Thursday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©