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Johnny Marr Call The Comet

Johnny Marr „Call The Comet“

(New Voodoo Records/ADA/Warner)
Wer rettet die Welt? Auf Morrissey sollte man nach dessen ungut nationalistischen Äußerungen der letzten Zeit besser nicht zählen – und seinem früheren The Smiths-Kumpanen Johnny Marr könnte der Job alleine womöglich über den Kopf wachsen. Aber der Gitarrist hat schon eine Idee und baut auf seinem dritten Soloalbum auf eine außerirdische Intelligenz namens „The Tracers“, die dem Menschen aus seiner misslichen Lage helfen soll. Und es wäre doch gelacht, wenn sich die Aliens nicht dazu breitschlagen ließen, wenn Marr ihnen im Gegenzug so blitzsauberen Gitarren-Pop in die Untertasse beamt. „Call The Comet“ platzt nämlich förmlich vor vollmundigen bis stadiontauglichen Songs wie „Rise“ oder „Day In Day Out“, die dank hymnischer Refrains und kraftvoller Riffs dem Hit „Easy Money“ vom Vorgänger „Playland“ in nichts nachstehen. Mit „Hi Hello“ ist natürlich auch ein prächtig erblühendes, bis hin zum Gesang verblüffend authentisches The Smiths-Soundalike dabei, während „New Dominions“ und „Actor Attractor“ zusätzlich Elektronik rumpeln lassen und unverhohlen mit New Orders „Crystal“ kumpeln. Und wer immer noch nach einer Morrissey/Marr-Reunion fragt, verkennt nicht nur, wie weit die einstigen Kollegen inzwischen voneinander entfernt sind, sondern auch, dass der 54-Jährige längst auch ohne den Mozzer kann. „Call The Comet“ ist Beweis genug.
Thomas Pilgrim
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