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Laura Carbone Cover

Laura Carbone „Empty Sea“

(Duchess Box/H’Art)
Es gibt wohl nur einen Menschen, der nicht unbedingt mit einem zweiten Album von Laura Carbone gerechnet hat – sie selbst. Eigenen Angaben zufolge fühlte sich die Neu-Berlinerin zeitweilig von den Erwartungen erdrückt, die nach dem Debüt „Sirens“ auf ihr lasteten, und diese Zweifel illustriert „Empty Sea“ überdeutlich. Vor allem musikalisch: Statt des früheren Deine Jugend-Partners und „Sirens“-Produzenten Tim Eiermann alias Bonassis heuerte Laura den an Post-Hardcore geschulten Christian Bethge an, sodass auf den neun Stücken oft eine raue See tost. Etwa beim lärmig im Gebälk knirschenden „Cellophane Skin“ oder im vehement aufstampfenden „Crisis“, wo die Sängerin Frustration und Wut in wenig mehr als zwei Minuten Noise-Rock packt. Auch „Old Leaves Shiver“ zeugt mit vielen Bruchstellen von innerer Zerrissenheit und Nick Cave-artiger Seelenpein im Hinterkopf, wobei Laura aber auch genau weiß, wann sie die zusammengebissenen Zähne ein wenig zu lockern hat, damit etwa der wunderbar entspannte Dream-Pop von „Tangerine Tree“ möglich wird. So gesehen fast ein wenig unfair, dass der erste Vorabtrack „Lullaby“ und der Opener „Grace“ mit versonnenem Twang und behutsamem Surf-Pop hantieren und der Hörer auf das folgende, oft überfallartige Getöse kaum vorbereitet ist. Aber gerade dass man sich dieses Album zumindest teilweise erkämpfen muss, macht es zu einem unbequemen Meisterwerk.
Thomas Pilgrim




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Lest in der aktuellen Ausgabe 06-2018 das Interview mit Laura Carbone, die mit „Empty Sea“ ihr zweites Studioalbum veröffentlicht. Im Interview mit Sonic Seducer erzählt sie von der Entstehung des neuen Albums und von aufregenden Zeiten auf Tour.

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