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2014-vomito negro death sun

Vomito Negro

„Death Sun“
(Scanner/Broken Silence)
Licht aus, Kopfkino an! Nach wenigen Minuten stürzt man mit Gin Devo unweigerlich in die Tiefe. Das sakrale Intro „Time“ dreht die Zeit zurück und öffnet ein schwarzes Loch, ein Fenster in die Welt des Belgiers, die nicht von Medien manipuliert ist, nicht der Meinung einer trägen Masse entspricht. Dann nimmt das Album Fahrt auf. In „Stain“ warnt der Meister mit mäßiger Distortion auf tiefer Stimme vor falschen Führern, während eine Armada analoger Technik ein brillant klingendes, treibendes Fundament bildet. Dann „Fighting The Force“ mit Stakkato-Rhythmik und Sprechgesang in einer Weise, die etwas an den Skinny Puppy-Klassiker „Smothered Hope“ erinnert. Devos Vorhaben, ein schizophrenes Album im Geiste der Kanadier zu kreieren, geht an dieser Stelle bereits voll auf. Und es wird noch besser: Mit dem düsteren „Obsession“ rückt er einem ganz dicht auf die Pelle und darüber hinaus beziehungsweise hinein in eine Gefühlswelt, die neben archaischen Instinkten keinen Platz duldet. „In Silent Places“ ist das Highlight. Wären da nicht der dominante warme Basslauf und die vielen miteinander harmonierenden Melodien, würde man möglicherweise in beklemmender Umgebung erfrieren. Das knarzige „White Lies“ löst die Atmosphäre vorübergehend etwas, bevor das dichte „King Of Thieves“ wieder gnadenlos zupackt. „Nairaland“ ist ein Midtempo-Brecher mit hallenden Räumen und PorCon-Flair und „Angel Fire“ schließlich ein futuristisches Instrumental. Was für ein Trip!
Jörn Karstedt


HÖRPROBEN:







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